Das Forschungsprofil folgt der Leitidee der IPU, die klinische Praxis und die Forschung unter Verwendung aller Methoden so voranzutreiben, dass ein substanzieller Gewinn für die spätere Berufspraxis der Studierenden und für die Fortentwicklung der Forschung und des klinischen Wissens gesichert werden kann. Um trotz der begrenzten Ressourcen konzentriert arbeiten zu können, beschränkt sich die IPU vorläufig auf das Forschungsthema "Trauma und Gewalt". Dies geschieht vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Hochschullehrer und der Spezialisierung der Ratsuchenden der Beratungsstelle und Ambulanz auf Persönlichkeitsstörungen und -probleme. Dabei wird die IPU einen Schwerpunkt in die Beratungs- und Counselingtätigkeit in diesem Umfeld unterhalb der Krankheitsschwelle legen. Vom Zugriff und den Methoden her ist keine Einengung vorgesehen. Vielmehr sollen die Themata sowohl vom kulturwissenschaftlichen, soziologischen, psychologischen und medizinischen Blickwinkel aus beforscht werden. Daraus folgt, dass die zur Anwendung kommenden Methoden ebenso vielfältig sein müssen. Im einzelnen werden dies kulturvergleichende, entwicklungspsychologische, erziehungswissenschaftliche sowie psychologische und medizinische Grundlagenforschung unter Verwendung von experimentellen und klinischen Versuchsdesigns sein, und zwar in qualitativer und quantitativer Einzelfall- und Gruppenforschung.
Die Begrenzung erfolgt einzig durch die Expertise der Mitglieder der IPU. Im Moment befinden sich unter den Hochschullehrern ausgewiesene Experten der Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung, der erziehungswissenschaftlichen Gewaltforschung und Prävention, der Psychotherapieprozessforschung, Affekt- und Motivationsforschung und der kulturwissenschaftlich-historischen Forschung.
Die eigentliche noch zu erbringende Forschungsleistung wird die Verbindung dieser sehr verschiedenen Zugriffe und Methoden zu einer neuen Synergie unter Berücksichtigung, zuweilen auch unter der Federführung der psychoanalytisch - psychodynamischen Forschungen. Die Hochschulmitglieder sind bemüht, zusammen mit der Forschungskommission externe Geldgeber für Drittmittelfinanzierungen zu gewinnen. Es werden Mittel für Anschubfinanzierungen bereitgestellt um solche Anträge zu bearbeiten. Die Hochschule wird neben den staatlichen Forschungsorganisationen auch alle anderen privaten Stiftungen um Unterstützung bitten. Im Zusammenhang mit dem Thema Trauma und Gewalt wird die Prävention, Vorhersage, Entwicklung von Behandlungsverfahren und Evaluation der Wirksamkeit ebenso im Zentrum stehen wie die Grundlagenforschung.